Wie würde unser Leben heute aussehen, wenn wir an 25% der Schulzeit nicht hätten teilnehmen können? – So geht es 1/3 der Mädchen in Südafrika. WEpads will das ändern!

Ein Interview mit WEpads

Stell doch erst mal dich und dein Unternehmen vor!

Das Projekt WEpads steht für die Stärkung der Unabhängigkeit von Frauen in Afrika. Aktuell haben ca. 1/3 der Schülerinnen in Südafrika einen erheblichen Nachteil in der Bildung, weil sie während ihrer Periode nicht zur Schule gehen können. Der Grund hierfür ist so banal wie traurig: Es fehlt schlichtweg das Geld und der Zugang zu Damen-Hygieneartikeln. Dieses Problem wird „Period Poverty“ genannt. Wir hörten erstmals während einer Exkursion mit der Universität Wuppertal nach Südafrika hiervon. Daraufhin stellten wir uns die Frage: “Wie würde unser Leben heute aussehen, wenn wir an 25% der Schulzeit nicht hätten teilnehmen können?” Für uns war klar: Dagegen möchten wir – 12 Studierende der Universität Wuppertal – im Rahmen von Enactus Wuppertal etwas unternehmen!

           Unsere Vision ist es, „Period Poverty“ in Afrika zu bekämpfen.

Bildung über die Menstruation, Hygiene und den weiblichen Körper sowie die Bereitstellung preiswerter Produkte sehen wir als wesentliche Faktoren an. Hierzu planen wir kostengünstige, biologisch abbaubare Binden nach dem Erfolgsbeispiel aus Indien und in Kooperation mit Arunachalam Muruganantham herzustellen. Seine Erfindung einer einfachen Maschine zur Herstellung dieser Binden ist durch den Film „Stigma Monatsblutung“ bekannt geworden. Wenn wir es schaffen, diese Technologie in Südafrika zu implementieren, können wir eine kostengünstige und ökologische Lösung bereitstellen.

Was zeichnet dein Team aus?

Viele aus dem Team waren persönlich vor Ort in Südafrika während einer Exkursion im Jahre 2018 und haben dort von dem Problem erfahren. Daher ist das Team emotional stark mit dem Thema verbunden. Darüber hinaus haben sich einige Partnerschaften mit lokalen Individuen ergeben, die bei der Umsetzung der Idee unterstützen wollen.

Relativ früh in unserer Entwicklung haben wir uns einen agilen Coach mit ins Team geholt, die uns in unserer Planung und Strategie begleitet. Daraus hat sich eine Teamstruktur ergeben, die sich in vier Gruppen aufteilt. Darunter befinden sich die Teams Marketing/Fundraising/Networking, Produktion und Vertrieb/Education, sowie eine übergeordnete Gruppe Business Development.

Habt ihr Lösungen/Prototypen oder tatsächliche Anwendungsbeispiele? 

Die Technologie, die wir verwenden wollen um die Binden herzustellen, gibt es schon in Indien. Wir waren vor Ort und haben die Erlaubnis die Maschine zu kaufen und zu duplizieren. In dem Zusammenhang haben wir einige Pakete der biologisch abbaubaren Binden gekauft und mit nach Deutschland gebracht. Diese wurden dann intern im Team getestet.

Welchen Markt wollt ihr erreichen und warum?

Wir fokussieren und auf Frauen in den Townships in Afrika. Insbesondere Schülerinnen liegen uns am Herzen, da diese einen eindeutigen Bildungsnachweis erfahren, wenn sie die Schule nicht besuchen können. Um die Binden aber dennoch mit Marge verkaufen können, zielen wir auf alle Frauen in den Townships.

Warum seid ihr besonders? Warum sollte man sich euer Unternehmen nach beispielsweise einem Pitch merken? 

Zum einen der persönliche Bezug zu dem Thema aufgrund der Exkursion. Wir wollen in erster Linie das Problem angehen und nicht Profit für uns selbst generieren. Das Ziel ist es, dass nach Implementierung die lokalen Mitarbeiter das Projekt autark leiten können, sodass wir uns auf die Skalierung konzentrieren können.

Wo habt ihr begonnen? Stimmt das Klischee von den Nachtschichten in der Garage?

Das Projekt hat begonnen als ein Enactus Projekt an der Universität Wuppertal. Nach und nach hat sich unser Team vergrößert auch mit Mitgliedern außerhalb von Enactus. Stand heute sind wir immer noch ein Teilprojekt von Enactus, agieren aber als unabhängiges Social Startup.

Was macht ihr bei Problemen und musstet ihr schon mal mit ernsten Situationen umgehen?

Wir verfolgen den Lean Startup Ansatz und reagieren schnell und flexibel auf Herausforderungen und Probleme und verändern unser Geschäftsmodell dementsprechend schnell. Ein Beispiel war eine angehende Kooperation mit einem Hersteller für wiederverwendbare Stoffbinden in Südafrika, die wir aufgrund von einer Kostengünstigeren Variante ablehnen mussten.

Wie kamt ihr auf das Stipendium und was erhofft ihr euch davon?
Was sind eure (nächsten) Ziele?

Wir haben das Stipendium beim Bizeps Pitch gewonnen als zweiter Platz. Wir erhoffen uns vor allem wertvolle Kontakte und den Austausch mit den anderen Stipendiaten. Außerdem inspirierenden Input durch die Workshops und die Möglichkeit mit Investoren ins Gespräch zu kommen. Unsere nächsten Ziele sind, die nötige Finanzierung für den Kauf der Maschine aus Indien zu erhalten und einen Testlauf mit Schülerinnen in einem lokalen Township durchzuführen.

Beschreib in 3 Worten was man mit eurem Unternehmen verbinden soll.

End Period Poverty!

 Wollt ihr noch etwas loswerden?

Power to the Period