Viele Menschen sind in den aktuellen „Zwangsferien“ das erste Mal mit der Situation konfrontiert im Home Office zu arbeiten. Und dann auch gleich in der Königsdisziplin – nämlich mit anwesenden Kindern!  Es ist eine echte Herausforderung plötzlich von Zuhause aus zu arbeiten, gleichzeitig das Kind oder die Kinder zu betreuen und obendrein dafür Sorge zu tragen, dass die lieben Kleinen ihre Aufgaben während des Schulausfalls zu erledigen. So flexibel und toll die Vorstellung erst einmal scheinen mag, gemütlich in Jogginghose zu arbeiten – in der Realität sieht es ganz anders aus. Hier findest du Tipps, wie du das Homeoffice möglichst effizient gestalten kannst, auch wenn die Kids dabei um dich herumspringen.

Die Kinder freuen sich: Papa ist heute zu Hause! Lena will Radfahren und Tim erinnert an den Fahrradtour-Termin („Du hast es mir FASPROCHEN!“). Mit anderen Worten: Top Eins auf der Agenda ist heute, dem Nachwuchs beizubringen, dass Papa nicht frei hat.

 Gegenseitig den Rücken frei halten

Beide Eltern sind im Homeoffice? Das ist toll! Aber versucht gar nicht erst, gleichzeitig zu arbeiten. Macht lieber Zeiten: Teilt euch Arbeitsphasen und Betreungsphasen ein und haltet euch so gegenseitig den Rücken frei so gut es geht. Das optimiert nicht nur den Fokus des jeweils konzentriert arbeitenden, sondern schafft auch eine faire Verteilung der Care Arbeit, sowie eine Abwechslung von Sitzen und Bewegung.

Wenn du alleinerziehend bist, oder dein Partner nicht von Zuhause arbeitet dann gilt es, einen abgetrennten Arbeitsbereich innerhalb der Wohnung zu schaffen; Denn wenn überall Unterlagen herumliegen, verschwimmen die Grenzen zwischen Wohnen und Arbeiten. Im schlimmsten Fall wird irgendwann die gesamte Wohnung zum Arbeitsplatz. Wichtig für Homeworker ist es, einen Raum zu haben, in dem sie alles stehen und liegen lassen können, ohne dass Kinderhände Unterlagen „verschönern“ oder mit ins Kinderzimmer schleppen. Gleichzeitig fällt es dem Kind so leichter zu verstehen, wann Mama/Papa konzentriert sind. 

Sind die Kinder noch so klein, dass sie beaufsichtigt werden müssen, hilft räumliche Trennung dennoch. Ein  Abstecken mit Bauklötzen ermöglicht gleichzeitig die Öffnung des Gesprächs!

Vergiss den Perfektionismus

Vermutlich wird ständig eines zu kurz kommen – entweder die Arbeit oder die Kinder. Stell dich schon einmal mental auf Abstriche ein. Du wirst nicht 8 Std am Stück produktiv und hochkonzentriert in aller Ruhe arbeiten können. Und du kannst die Kinder nicht pädagogisch wertvoll den Tag über bespaßen, beschulen und an der frischen Luft bewegen. Ach so und dann wäre da noch der Haushalt… Einfach nein. Verabschiede dich von jeglichem Perfektionismus.

Macht euch stattdessen einen gemeinsamen Wochenplan. Damit sind eure Arbeits- und Freizeiten nicht nur für Partner klar geregelt, sondern auch für die Kids. Auch sie können sich so besser auf die Lage einstellen. Am besten legt ihr zu Beginn der Woche fest, wann du für Spielzeit zur Verfügung stehst und wann du konzentriert arbeiten musst. 

 

 

Lege mit deinen Kindern klare Kommunikationsregeln fest

Halte dir als Zeichen der Ruhe bei Telefonaten den Finger vor den Mund oder drehe dich weg, wenn dein Kind dazwischen spricht. Für kleine Kinder ist es manchmal befremdlich, wenn Eltern lange telefonieren. Sie hören das Gegenüber nicht und kennen auch kein Gesicht dazu. Kläre deine Kinder auf und gebe ihnen einen kleinen Einblick in ihre Arbeitswelt. Oft hilft es schon, wenn du den Kindern ein Bild von deinen Kolleginnen und Kollegen zeigst. Sag ihnen auch warum es so wichtig ist, dass du diese Aufgabe beenden und dir danach Zeit für das Kind nehmen kannst. Übrigens:

Wer das Kind nach dem Telefonat lobt, weil es sich richtig verhalten hat, zeigt ihm, dass das Wegschicken keine Ablehnung bedeutet hat.

Die Kinder müssen lernen, eine Zeit lang allein in ihrem Zimmer zu spielen, auch wenn Vater oder Mutter zu Hause sind. 

Tipp: Mit den Kindern Büro spielen. Klebefilm, ein altes Handy und eine Pappschachtel mit aufgemalten Tasten und Bildschirm geben ein tolles Kinderbüro ab. Papier und Stifte werden den Nachwuchs einige Zeit beschäftigen.

Aber: was tun, wenn das Kind während eines Telefonats schreit? Es hilft nichts – du solltest das Gespräch unterbrechen. Unsere Arbeitswelt hat sich sehr verändert, es gibt viel mehr Verständnis und Wohlwollen, als man es vermutet, auch von Menschen, die selbst keine Kinder haben.

„Oh, sie haben auch Kinder!“ verbindet Menschen miteinander und lockert das Gespräch auf. Das gilt bei Grafikdesignern, genauso wie bei ITlern und Juristen.

NoGos in der Kommunikation nach außen

Was allerdings als unprofessionell oder störend empfunden wird ist, wenn Kunden fruchtlose Diskussionen mit Kindern anhören müssen und dann trotzdem keine Ruhe einkehrt. Dann nerven aber nicht die Kinder, sondern der Elternteil, der es nicht im Griff hat.

Eine Ausnahme stellt der Fall dar, dass sich ein Kind verletzt. Hier gilt wie immer: Der Kunde darf erwarten, dass sein Gegenüber am Telefon hundertprozentig präsent ist. Eine Bitte um Gesprächsunterbrechung, ist dann für beide Seiten angemessen. Das Kind versorgen und den Kunden dann wieder anrufen, sind dann offensichtlich die nächsten Steps. Bedanke dich beim Kunden, aber entschuldige dich nicht dafür, dass du im Homeoffice sitzt und Kinder hast.

Kreative Spielideen für Drinnen

-Kleckern erlaubt: Ab in die leere Badewanne und mit Fingerfarben oder Wasserfarben auf Papier malen lassen. So bleibt der Rest der Bude sauber!

-Spielsand/Zaubersand bringt den Sandkasten ins Haus.

-Eier ausblasen und anmalen, es ist ja bald Ostern!

-(aus-)malen

-Sonntagsmaler: Abwechselnd etwas malen, die Mitspieler müssen raten!

-Rätsel(hefte)

-Scharade, Galgenmännchen, Stadt-Land-Fluss

Kids Version für Brettspiele: wie z.B. Monopoly, Spiel des Lebens, Die Siedler,…

 

-Kneten: Plätzchenformen zum ausstechen bringen noch mehr Spaß!

-Vorlesen oder Hörspiele hören

-Kino spielen: Plakate malen, Eintrittskarten basteln, Snacks verkaufen, gemeinsam einen altersgerechten Film schauen.

-Schattentheater: einen Bettbezug oder ein Tuch zwischen Stühlen aufspannen. Mit Kuscheltieren oder gebastelten Silhouetten aus Papier (an Strohhälme oder Spieße kleben!) Geschichten spielen und von hinten mit der Taschenlampe anleuchten

-Klassische (Brett-)Spiele für Kinder:  Mensch ärgere dich nicht, Mühle,…

-Würfelspiele wie Kniffel

Wenn Schluss ist, ist Schluss

Du hast deine Arbeitszeit für heute geschafft? Prima! Du bist toll! Dann hör aber jetzt auch auf. Nicht nochmal die Mails checken. Auch nicht nachher. Wenn man Zuhause arbeitet, arbeitet man schnell die ganze Zeit. Vielleicht musst du an einem Tag, wo es gut läuft, etwas vom Vortag nacharbeiten. Vielleicht arbeitest du auch eine Stunde für den nächsten Tag vor. Aber mehr nicht. Zu einer Work-Life-Balance gehört auch der Life Teil! Klar, die Balance ist in dieser ungewöhnlichen Zeit ein bisschen aus den Fugen, trotzdem solltest du nicht auf die Kinderzeit oder auch mal ein kleines bisschen Freizeit verzichten.

Bleib positiv!

Die aktuelle Situation ist nervenaufreibend und stellenweise auch – sagen wir, wie es ist – Kacke. Ja verdammt! Aber versuche auch die positiven Seiten nicht aus dem Blick zu verlieren. Durch die Möglichkeit, von Zuhause zu Arbeiten musst du nicht pendeln – hier sparst du auf jeden Fall Zeit. Diese Zeit kannst du nun für deine 3 Baustellen Arbeit, Kind und Haushalt verwenden. Und du sparst nicht nur etwas Zeit, sondern auch Geld! Weil dein Auto grade stehen bleibt. Oder weil du kein teures Mittagessen kaufst, sondern Zuhause isst. Zusammen mit deinem Kind! Bei gutem Wetter vielleicht auch einfach im Garten oder auf dem Balkon. Fällt dir noch mehr ein? 

Schreib uns gerne eine Email an info@coworkit.de wenn du weitere Tipps oder Ideen hast.
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